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Bericht: Richterweiterbildung Jagdliche Anlagensichtung der Retriever

Eine Richterweiterbildung wie zuvor keine Andere. 

Wann?  - 25. und 26. August. 2017
Wo?        - zwischen Dettenhausen und Waldenbuch im Schönbuch
Was?      - „Jagdliche Anlagensichtung der Retriever“ & Richterweiterbildung 
Wer?       - Landesgruppe Südwest 

  1. August 2017

Es sind 4 Gespanne, die sich an diesem Tag der „Jugendanlagensichtung der Retriever“, kurz JAS/R, stellen. 

Zu Beginn der Veranstaltung hat uns Andreas Rimkeit „mitgenommen“ und uns die Entwicklung, das Aufwachsen der PO über die Zeit als auch die Mitwirkung der verschiedenen Gremien bis zur JAS/R, aufgezeigt. Er hat uns die Gedankenwelt und die Struktur der JAS visualisiert. Es ist eine, von bekannten leistungsbezogenen und den klassischen hierarchischen Bewertungssystemen losgelöste Struktur. Eine Einstufung in „gute Leistung bzw. schlechte Leistung“ findet nicht statt. Es wird eher ein Bild gezeichnet, das das Individuum darstellt. Das Bild soll die Übereinstimmungen und die Abweichungen vom Zuchtziel beschreiben. Damit erfährt das züchterische Wirken eine bedeutende Hilfe. 

Ein System, dass das zu beschreibende Individuum „nur beschreibt und nicht wertet, wird um Anerkennung ringen müssen. Sowohl die Hundeführer als auch die Richter - wobei dieser Begriff „Richter“ im Zusammenhang mit der JAS/R schon sträflich ist - sind noch in einem wertenden Weltbild gefangen. Ein weiterer Aspekt, der die Sache für Alle nicht leichter macht ist, dass wir die Aufgaben, die dem Retriever bei der JAS/R auferlegt werden, kennen. Diese sind uns aus verschiedenen Anlagen- und Leistungsprüfungen bekannt. Somit haben wir irgendwo auch schon im Hinterkopf: „Das hat er gut gemacht oder Das war nicht ganz so prall.“ 

Die in der neuen Prüfungsordnung vorhandenen Begriffsbestimmungen, der Überschneidungen in den verschiedenen Fächern und die trotzdem erforderliche Trennschärfe zu Händeln, wird eine besondere Herausforderung. Das bringt mich wieder zu der jagdlichen Anlagensichtung der Retriever, die an diesem Tag im Schönbuch in der Kombination mit der Richterschulung stattgefunden hat. 

Alle gezeigten Arbeiten wurden vor den Hundeführern und den Teilnehmern durch die Richtergruppe besprochen. Vor dem Festhalten dessen, was im Vordruck „Bescheinigung und Anlagenübersicht für die jagdliche Anlagensichtung der Retriever JAS/R“ dokumentiert werden soll, entstand naturgemäß eine Diskussion über das Gesehene. Es hat sich gezeigt, dass das Finden der zutreffenden, vorgegebenen „Beschreibung“ ganz und gar nicht leicht ist.

Für die Hundeführer/innen und ihre Jagdhelfer war es ein sehr langer Prüfungstag. Sie mussten und haben sehr viel Verständnis für die besondere Situation der „Musterprüfung“ an diesem Tag gezeigt. Ich bin aber sicher, dass sie ihren Retriever in der Anlagenbeschreibung erkennen und eine treffende Beschreibung finden. 

Nun muss die JAS/R in der Praxis beweisen, dass sie ein Gewinn ist - sowohl für Züchter/innen als auch ambitionierte Hundeführer/innen. Beide haben schlussendlich den leistungsstarken, widerstandsfähigen und gesunden Jagdhund zum Ziel. 

  1. August 2017

Die Richterweiterbildung wird in Form einer Stationsausbildung durchgeführt. Waldarbeit (Andreas Rimkeit), Wasserarbeit (Bianca Willems-Hansch), Feldarbeit (Manfred Paules) und Wesenstest (Anja Ballwieser). 

Die Facetten zum Themenbereich „Wesenstest“ sind so mannigfaltig und umfangreich, dass die zur Verfügung stehende Zeit nur ansatzweise ausreicht, um die grundlegenden Aspekte anzusprechen. Jeder, der mit Hunden zu tun hat, ist betroffen. Je besser wir die Mechanismen verstehen, umso einfacher wird deren Handhabe. Einerlei, ob wir uns mit unseren Jagdhunden im häuslichen Alltag, bei der Ausbildung, auf der Jagd oder im sozialen Umfeld bewegen. Ein gerüttelt Maß an Kompetenz ist einfach verpflichtend notwendig, wenn wir unserer Aufgabe als Hundeführer/in gerecht werden wollen. Dieser sehr interessante Vortag hinterlässt „Hunger auf mehr“. 

Die Stationen, die sich mit den Fachgruppen Wald, Wasser und Feld der RGPO beschäftigen, sind davon geprägt, uns die Weiterentwicklung sowie die Anpassung an die Vorgaben aus den PO‘s des JGHV aufzuzeigen. Nach einer kurzen Einweisung in die Entwicklung und den grundlegenden Gedanken, die in die Prüfungsordnung eingeflossen sind, wenden wir uns dem praktischen Teil zu.  Die Gespanne zeigen uns vornehmlich Arbeiten zu den neu in der Prüfungsordnung befindlichen Aufgaben. Zum Beispiel bei der Wasserarbeit „Markieren über ein Gewässer“ oder im Feld „Standruhe und Merken“, um nur zwei zu nennen. Die Erwartungshaltung der PO bezüglich der Ausführung dieser Arbeiten wird, anhand des Gesehenen, diskutiert und bewertet. Bei diesen Diskussionen werden verschiedene Entwicklungen beim Entstehen der neuen Prüfungsordnung beleuchtet, so dass bestimmte Formulierungen und Vorgaben greifbar werden. Die intensiven Gespräche, das „Ringen“ um die Bewertungen und die Bereitschaft aller Beteiligten, sich die „Neue RGP“ zu eigen zu machen, sie zu verinnerlichen und diese auch in den anstehenden herbstlichen Prüfungstagen anzuwenden, zeigt wie hoch motiviert alle Beteiligten waren/sind. 

Die RGP ist und bleibt eine Prüfung, die den „firmen Jagdhund“ bestätigen und in dieser Meisterprüfung herausstellen soll. Dabei ist die waidgerechte Jagd der Maßstab, der die Prüfungsordnung erst mit Leben füllt. Dies Umzusetzen ist unsere vornehmste Aufgabe wie auch Verpflichtung. 

Beide Thementage waren hervorragend organisiert und vorbereitet. Dank und Anerkennung den Lektoren und der Landesgruppe für die beeindruckende Veranstaltung. Last but not least. Einer der Faktoren, der elementar zum Gelingen solch einer Veranstaltung beiträgt, ist das Wohlbefinden aller Teilnehmer. Diesbezüglich gilt ein ganz besonderer Dank dem Organisationsteam der Landesgruppe, das mit einem perfekt geschnürten „Rundumwohlfühlpaket“ jeden Einzelnen fürstlich betreut hat – HERZLICHEN DANK DAFÜR
(Eberhardt Luick)