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Bericht: Workingtest im Schussental am 17.03.2018 in Atzenhofen

Workingtest im Schussental am 17.03.2018 in Atzenhofen

So ein Workingtest ist doch immer wieder ein Erlebnis. Hier bietet sich die Möglichkeit, in vorher nicht bekannten Aufgaben und einem oft fremden Gelände den Trainingsstand von Hund und Führer zu zeigen und auch zu überprüfen und mit Tipps und Einschätzungen von erfahrenen Richtern und zusätzlich vielleicht sogar mit einer Auszeichnung und einem Preis nach Hause zu fahren. Das Ganze noch in einer fröhlichen, lockeren Atmosphäre mit Gleichgesinnten – neu oder schon altbekannt – und einer vorzüglichen Betreuung und Verpflegung in außergewöhnlichem Ambiente und Komfort (Klo mit Spülung!), da geht das Retrieverherz auf. Aber was läuft denn so hinter den Kulissen?

Am 17.03. konnte ich mir davon beim Workingtest im Schussental in Atzenhofen (Ravensburg) als Helfer einen Eindruck verschaffen.

Alles beginnt – wie beim Hundetraining auch – natürlich nicht erst am Prüfungstag. Die organisierende Dummygruppe mit Sonderleiterin Iris Mattes und Assistentin Anke Gallasch traf sich schon frühzeitig, um die ersten wichtigen Fragen zu klären: Wann? Wo? Welche Richter? Müssen Genehmigungen eingeholt werden? Gibt es genügend Parkmöglichkeiten und wie weit ist es dann ins Prüfungsgelände? Was ist, wenn`s regnet? Gibt es Räumlichkeiten und Toiletten?

Weiter geht’s mit einer guten Portion Papier- äh Laptopkram: die Ausschreibung und Werbung, Meldungen und Meldegeldzahlungen bearbeiten, Wegbeschreibung und Zeitplan erstellen.

Und was muss nicht alles besorgt werden: Unterkunft für die Richter (sie sollen ja gut geschlafen haben am Prüfungstag), Dummys, Waffen, Munition, Bläser, Sponsoren, Geschenke, Preise, Beschilderungen, Bewertungsbögen, Sitzmöglichkeiten, Verpflegung, Schreibzeug, Startnummern. Damit noch nicht genug: Allein geht‘s nicht! Reihenweise freiwillige Helfer müssen her! Schützen, Werfer, Richterassistenten, Springer, Leute, die sich um die Verpflegung und Versorgung kümmern, Aufräumer, Schreiber, jemand, der die Anmeldung und Startnummernvergabe macht.

Am Vortag der Prüfung wird mit den Richtern Jörg Mente und Marianne Wahlheim das Gelände begutachtet und die Aufgaben besprochen. In unserem Fall ist von Wasser über Wald und Tannenschonung, offene Wiese mit Geländeübergängen bis zur Schlucht alles großzügig vorhanden, was den Richtern unglaubliche Auswahl bietet. Und auch vorm Wetter brauchen wir uns dank der gemütlichen und mit Kamin beheizten rustikalen Tannenstube auf Bentele`s Hof nicht zu fürchten – ein wahrer Glücksfall!

Und dann geht`s auch schon los: morgens früh raus, wie ist das Wetter? Wollen die Richter nochmals ins Gelände? Manchmal ändert sich mit dem Wetter die Aufgabenstellung doch noch kurzfristig, weil z.B. der Lichteinfall ganz anders ist. Sind alle Helfer da und wissen, was sie tun sollen? Haben wir nichts an Material vergessen? Gibt`s noch Absagen? Sind alle zufrieden und gut versorgt?

Dann herzlich Willkommmen und ab ins großartige Gelände! Hier habe ich den Jackpot gezogen: als Springer und Fotografin kann ich ganz nah ran ans Geschehen: ich kann Beobachten und zuhören, bin mitten drin, statt nur dabei. Faszinierend, die konzentrierte Arbeit der Gespanne, Schuss, Markieren, Suche, Fuß laufen, höchste Spannung und doch Steadiness, rennende Hunde, gespanntes Erwarten im Wartebereich, Freundschaft, Austausch, Zuschauer…  Zum Mittagessen und Aufwärmen ging‘s zurück in die gute Stube, in der schon die Punkte der A zusammengerechnet und übertragen wurden. Allgemein entspannte Atmosphäre, kurz unterbrochen vom Stechen der Klasse A um die Plätze 3 bis 5. Es reicht noch zum kurzen Nachtisch, dann geht`s schon wieder raus mit den F- Startern. Als Steward bei Jörg Mente kann ich nochmal ganz tief eintauchen in die Beurteilung und Bewertung der unterschiedlich arbeitenden Gespanne in der Fortgeschrittenen Klasse. Worauf kommt es an? Wo sind die Stärken und Schwächen des Teams?  Was kann man wie verbessern? Von Doppelmarkierung über Einweisen und Verlorensuche bis zum Walk up war alles dabei und die Hinweise und Tipps der Richter werde ich gut für mein eigenes Training verwenden können!

Am Schluss gab es wie jedes Mal, Gespanne, die an diesem Tag am meisten überzeugen konnten und ich bin müde, etwas verfroren und den Kopf voll mit Erlebnissen, Eindrücken, Bildern und Trainingsideen nach Hause gefahren. Bei der nächsten Möglichkeit will ich mir das Ganze unbedingt aus der Sicht eines Hundeführers anschauen.

Vielen Dank an alle, die diesen erlebnisreichen Tag mitgestaltet und möglich gemacht haben!

(Bericht und Fotos: Debora Giesinger - Helfer, Fotograf, Steward)

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