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Ergebnisse, Berichte, Fotos und Siegerfoto 4. Workingtest A "Am Saugraben"

Emblem mit DRC Farbe

Ergebnisse   4. Workingtest A "Am Saugraben"

 

 

Workingtest A „Am Saugraben“

Am 14.04.2019 machte ich mich zusammen mit meiner zweiundzwanzig Monate alten Labradorhündin Emma (CrossSearcher Bluebell), meinem Großen Münsterländer Bodo und meiner lieben Frau auf den Weg nach Roggenbur-Ingstetten zum Workingtest „Am Saugraben“. Als Pünktlickeitsneurotiker war ich natürlich wieder am unpünktlichsten, nämlich eine dreiviertel Stunde zu früh. Wir nutzten die Zeit zu einem kleinen Spaziergang und ein paar Trainingsdummies.

Das Gelände hatte ich mir schon am Tag zuvor anschauen können, als ich Helfer bei den Klassen F und O war. Die zwei Sonderleiterinnen Silke Füsser und Andrea Nücker haben da eine hervorragend organisierte Veranstaltung auf die Beine gestellt, bei der alles wirklich wie geschmiert lief und als Helfer bei Richter Jörg Mente hatte ich bereits die F und O Hunde arbeiten gesehen, was für mich als Dummy Newbie höchst interessant war. Und nicht nur den überaus netten Jörg Mente, einen selbst mir bekannten Namen aus dem Dummysport, durfte ich an diesem Tag persönlich kennen lernen, sondern auch viele andere Starter aus der „Open“ von denen ich bereits gehört hatte. Nun am Sonntag in der „A“ würde Jörg Mente selber starten und unsere Richter waren Monika Schoenbach als Prüfungsleiter und Bernd Janich. Einige Starter hatte ich im Laufe des letzten Jahres hier und da schon kennengelernt und auch eine meiner Trainingspartnerinnen, die liebe Svenja Schweighöfer mit ihrer tollen Hündin Lotta, war mit am Start. Ich wusste also, es würden viele starke Hunde da sein. Das Ziel für diesen - unseren allerersten - Workingtest war klar: bestehen. Insgeheim wünschte ich mir ein „sehr gut“ aber die Priorität sollte die Vermeidung von Ausschlussfehlern haben.

Nach der Begrüßung durch Silke Fuesser und Monika Schoenbach wurden die Gruppen eingeteilt. Emma und ich kamen in die Gruppe eins zusammen mit Svenja und Lotta. Sie startete als zweite und wir als fünfte, was mir die Möglichkeit gab, sie nach jeder Aufgabe neugierig auszufragen.

Die erste Aufgabe stellte uns Bernd Janich. Es war eine Doppelmarkierung fast im 180 Grad Winkel. Emma startete wie immer mit tiefem Eingriff und trommelnden Pfoten im Highspeedmodus, pickte punktgenau und kam zurückgeflogen. Der zweite Dummy kam genauso zu mir und bei der Abgabe, oh je, sprang sie im Überschwang an mir hoch. Das würde sanktioniert werden, soviel war klar und prompt bekamen wir die Quittung in Form von zwei Punkten Abzug. 10/08 und ehrlich gesagt wurmte mich das, war es doch völlig unnötig. Hätte ich doch nur ein bisschen besser aufgepasst. Nochmal sollte mir das nicht passieren.

Nach einem relativ kurzen Aufenthalt in der Wartezone, wo mein Großer Münsterländer Bodo wie immer einen beruhigenden Einfluss auf Emma hatte, bekamen wir von Bernd Janich die zweite Aufgabe gestellt. Zunächst fiel eine Markierung. Um diese zu erreichen, mussten die Hunde einen kleinen Hang hinunter und anschließend ein Holzgatter überwinden. Während die Hunde auf dem Rückweg waren, wurde dort erneut ein Dummy ausgelegt, was dann nur noch mal beschossen wurde und anschließend apportiert werden sollte. Just vor einigen Wochen hatte ich mir überlegt, dass es nun Zeit würde mit Sprüngen anzufangen und zu diesem Zweck im Revier ein ganz ähnliches Gatter errichtet. Das war nun natürlich einfach und 10/10 unser Ergebnis. Ein wenig Glück gehört halt dazu.

Nun wechselten die Gruppen und wir kamen zu Aufgabe drei bei Monika Schoenbach. Hier ging es um Appell. Nach einem kurzen Walk fiel im Wald ein Dummy, was nach Freigabe geholt werden sollte. Emma sah wegen einiger Bäume die Fallstelle nicht und suchte etwas raumgreifend, was uns einen Punkt kostete. Im Anschluss fiel der zweite Dummy. Der Hund musste sitzen bleiben, während sich der Führer ein gutes Stück weiterbewegte. Nun wurde der Hund gerufen und aus dem veränderten Winkel geschickt. Das Bild hatte sich dadurch im Wald so stark verändert, dass ich mit „Voran“ schickte. Emma musste schräg einen kleinen Graben überqueren, hielt aber die Linie und kam punktgenau beim Dummy an. Auch die Abgabe klappte jetzt immer gut, was uns weitere zehn Punkte bescherte.

Jetzt ging es ans Wasser. Wieder eine Doppelmarkierung fast im 180 Grad Winkel. Die erste im Wasser, die zweite an Land. Die an Land sollte zuerst geholt werden. Emma hatte Spaß, nur als sie aus dem Wasser kam, sah ich ihr den Schütteldrang an der Nasenspitze an. Ich machte mich lang, schnappte den Dummy und Monika Schoenbach hatte nichts auszusetzen. 10/10.

Die letzte Aufgabe richteten Moni und Bernd gemeinsam. Ich tippte auf Suche und behielt Recht. Das Suchengebiet war recht klein, vielleicht fünfzehn auf fünfzehn Meter. Zwei Dummys sollten geholt werden. Unsere Dummy A war erst zwei Wochen her und das Training dafür noch frisch. Sollte eigentlich kein Problem sein. Emma startete eifrig, war aber schnell am Ende vom Suchengebiet und machte Anstalten, es zielgerichtet zu verlassen. Ich pfiff kurz an, in diesem Moment bekam sie aber Wind, es riss sie herum und der erste Dummy kam zu mir geflogen. Nun konnte sie die Tiefe des Suchengebietes bereits einschätzen und der zweite Dummy landete sehr kurz darauf bei mir. Mein fragender Blick zu den Richtern blieb unbeantwortet. Bisher hatte es ein offenes Richten gegeben, aber nun sollte die Spannung wohl aufrechterhalten werden.

Die Zeit bis zur Siegerehrung nutzten wir erneut für einen Spaziergang. Svenja und ich waren bis zur vorletzten Aufgabe immer punktgleich gewesen. Die Suche war an sich nicht schlecht gelaufen und wir freuten uns bereits beide, dass es wohl für ein „sehr gut“ reichen würde. Aber dann kam das Unglaubliche. Es reichte uns nicht nur für ein „sehr gut“, sondern sogar für ein „vorzüglich“ und obendrein belegte Svenja den zweiten Platz und ich sogar den ersten. Was für ein Wahnsinn! Lotta, Svenja, Emma und ich rocken den Saugraben. Vier blutige Anfänger bei ihrem allerersten Workingtest. Ich kann es immer noch nicht richtig glauben. Damit hatten wir wirklich nicht gerechnet.

Ich bedanke mich bei Silke Füsser und Andrea Nuecker und den vielen, vielen Helfern für die wirklich tolle Veranstaltung und die unglaublich reibungslose Organisation. Das war bestimmt enorm viel Arbeit. Ich bedanke mich bei den Richtern Monika Schoenbach und Bernd Janich für die interessanten Aufgaben und das sehr faire Richten. Und ich bedanke mich bei allen, die unsere gute Platzierung möglich gemacht und uns zwei Ahnungslosen dabei geholfen haben. Vor allem auch "unseren" Züchtern der Familie Hinderer, unserer Trainerin Simone Hahn, unserer Trainingsgruppe in Günzburg und natürlich allen anderen, die uns immer wieder mit Tipps und Training unterstützen.

(Norbert Wolf mit CrossSearcher Bluebell „Emma“)

 

Foto Saugraben A

Siergerfoto von Christoph Füsser

 

 

Workingtest A „am Saugraben“ (14.04.2019)

Prädikat: Besonders empfehlenswert!

Warum? 

> nur Basics abgefragt, aber durch phantasievolle Nutzung des Geländes anregend

> 5 klar gestellte Aufgaben bei kurzen Entfernungen. Ein Nachstellen lohnt sicher

> Arbeit mit den Teilnehmern nach-besprochen. Offenes Richten hilft weiter!

Die Aufgaben im Einzelnen:

Aufgabe 1 (Bernd Janich) - Heelwork, Mark und Memory

Nach der ersten Markierung wendet das Gespann und geht bis zum Startplatz für die zweite.Markierung. Nach der Arbeit dieser.Markierung wird die erste als Memory gearbeitet.

Aufgabe 2 (Bernd Janich) - Sprung über einen Zaun

Hinter einen ca. 50 cm hohen Holzzaun wird ein Mark geworfen. Nach dessen Arbeit wird nach weiterem Schuss ein an die gleiche Stelle nachgelegtes Dummy gearbeitet. Sieht der Hund einen Zaun, sollte er gern springen.

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 (Foto: Silke Füsser)

Aufgabe 3 (Monika Schoenbach) - Heelwork, Mark und Memory

Nach Heelwork bis zum Startplatz wird ein Mark über einen Graben gearbeitet. Nach einem zweiten Mark bleibt der Hund dort sitzen. Der Führer geht zu einem weiteren Startplatz, ruft den Hund nach und läßt das zweite Mark aus der neuen Position arbeiten.

Aufgabe 4 (Monika Schoenbach) - Steadiness bei Wasser-Arbeit

Nach einem Mark auf offenes Wasser, dreht das Gespann um und arbeitet erst einen Land-Mark. Wasser-Marks als Memories, d.h. im Training immer zuerst eine Arbeit an Land vorschalten.

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 (Foto: Silke Füsser)

Aufgabe 5 (Monika Schoenbach und Bernd Janich) - Kleine Suche

Aus abwechslungsreichem Gelände waren 2 von 3 Dummies zu bringen.

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 (Foto: Silke Füsser)

Besser hätten es die beiden Richter Monika Schoenbach und Bernd Janich nicht verdeutlichen können: Ein Workingtest in „A“ sollte weniger als Wettbewerb, sondern mehr als Standortsbestimmung gesehen werden und die entstandenen Lücken bei den Basics aufzeigen.

(Jörg Mente)

Wir, die Sonderleitung des Workingtests „Am Saugraben“, bedanken uns recht herzlich bei allen Helfern, bei den hervorragenden Richtern Monika Schoenbach (PL), Bernd Janich und Jörg Mente, sowie bei der Firma Hund und Freizeit für das Sponsoring der Präsente.

Besonderer Dank geht an die bayrischen Staatsforsten - vor allem an den Forstbetrieb Weißenhorn - für die erneute Möglichkeit zur Nutzung des Geländes

(Sonderleitung Andrea Nücker und Silke Füsser)