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Bericht: 20.10.2019 – „Uff de Kutt“ – Begleithundeprüfung

20.10.2019 – „Uff de Kutt“ – Begleithundeprüfung
4.00 Uhr: Hundemüde. Mein Kopf ist hellwach. Ich liege noch im Bett. 50 Schritte normal ... Kehrt ... 10 - 15 Schritte normales Tempo ... Du musst schlafen. In zwei Stunden piept der Wecker. Ich MUSS schlafen ... 10 - 15 Schritte Laufschritt ... 10 - 15 Schritte langsam ... Bleib cool. Haste doch alles so oft geübt. Die Trainingseinheiten mit Sybille und Bernhard waren super. Das Vorbereitungsseminar mit Jürgen Knaut vor drei Wochen nochmal sehr intensiv und hat Dir nochmal den letzten Schliff gegeben ... bis zum Startpunkt im normalen Tempo ... auf Körperspannung achten … Pipppip ... Pipppip ... Der Wecker piept. Ich höre Jussi … sein Schwanz klopft wedelnd ans Bett … jetzt kriecht seine kalte Schnauze unter meine Bettdecke …. stupst mich an. Auuuufffstehen ...

TEIL A:
8.30 Uhr: Am Treffpunkt "Uff de Kutt" finden sich nach und nach die Teilnehmer mit ihren Hunden ein. Sechs Golden (eine Hündin) und zwei Flat. Das Wetter ist klasse. In der Nacht hatte es ein wenig geregnet und die Prüfungswiese ist noch nass. Die Sonne strahlt vom blauen Himmel. Bestes Prüfungswetter.

9.00 Uhr: Die Sonderleiterin Sybille Keßler klärt die Formalitäten und bereitet alles für die Sachkundeprüfung vor. Ein Teilnehmer muss diese noch ablegen, damit auch er an der Prüfung teilnehmen kann. Geschafft. Sachkundenachweis abgelegt. Klasse und Glückwunsch. Jetzt kann es losgehen.

9.30 Uhr: Jürgen sammelt die Teilnehmer und erklärt nochmal den Ablauf der Prüfung. Er läuft nochmal die Schrittfolge ab und klärt alle offenen Fragen der Teilnehmer. Super Sache. Hilft und beruhigt ungemein.

9:45 Uhr: Ich bin in der ersten Gruppe. Christine ist genauso nervös wie ich. Wir stimmen uns ab. Sie läuft zuerst und ich danach. Zurück zum Auto. Einlaufen. Jussi freut sich mich zu sehen. Wir laufen in den Wald. Jussi kommt in Stimmung. Er ist bei mir. Wir gehen zurück zum Treffpunkt.

10.00 Uhr: Hundeführerin Christine Walter mit „Emotion Leo for beautiful moments“ melden sich zur Unterordnung. Hundeführer Michael Sebastian mit „Donut vom blauen Walde“, Rufname Jussi, melden sich zur Unterordnung. Es geht los. Jussi und ich gehen zum Ablegen. Hier entscheidet sich alles. Bitte bleib liegen. Dreißig Schritte. Rücken zu Jussi. Christine legt souverän los. Sie verschwindet aus meinem Blickfeld. Ich höre ihre Kommandos. Leinenführigkeit scheint gut zu laufen. Nun kommt die Freifolge. Jussi … BITTE bleib liegen, Du cooler schwarzer Flat. Ich gucke vor mich nach links unten. Jussi steht nicht neben mir. Puh. Jürgen gibt mir das Zeichen. Langsam drehe ich mich mit geschlossenen Augen zu Jussi um. Öffne die Augen. Ein Jaaaaaaaaaaaaaaaa schießt mir durch den Kopf …. Er sitzt … was soll‘s … aber dort, wo ich ihn abgelegt hatte. Jussi, Du toller Hund. Ich gehe zu ihm. Leine ihn an und gehe zum Startpunkt. Jetzt kann nix mehr schief gehen. Ich bin hellwach. 50 Schritte normal ... Kehrt ... 10 - 15 Schritte normales Tempo … usw. Dann ein letztes „Hieeeeer“. Jussi stürmt auf mich zu. Schiefer Vorsitz. Egal. Anleinen. Zurück zu Jürgen. Ich schwebe durchs nasse Gras. Jussi tänzelt neben mir.

Wir treffen uns am VW Bus von Sybille. Offenes Richten: Christine und ich erhalten die Rückmeldung von Jürgen. Was der alles sieht. Wir haben beide bestanden. YES!!! Glückwünsche. Applaus. Von den anderen. Danke dafür. Tut gut.

Jussi und ich gehen in Richtung Auto. Ich bin sooooo glücklich. So ein tolles Gefühl. Die Anspannung der letzten Wochen und Monate fällt ab. Jussi spürt meine Freude. Freudig springt er um mich rum. Du Superhund! Toll gemacht. Zu Belohnung fliegen jede Menge Bälle in den Wald. Knuddeln. Und eine ganze Banane. Jetzt geht es wieder zum Auto zurück. Dann zurück zu Sybilles Auto. Jetzt ne Tasse Kaffee und ein Stück super leckere Schokomuffins.

Zeit spielt keine Rolle mehr. Zwei Teams sind schon durch und haben bestanden. Das macht Mut und die Stimmung bei allen Teilnehmern und Zuschauern wird immer gelöster.

Das nächste Team geht an den Start. Freifolge. Der Golden-Rüde flitzt übern Platz und lässt sich leider nicht abrufen. Schade. Der andere Golden besteht erfolgreich. Glückwunsch. Bei der nächsten Gruppe läuft es dann echt gut!

Die nächste Gruppe besteht aus einem Golden und einem Flat. Läuft echt gut mit den beiden Teams. Sieht von außen einfach anders aus, als wenn man mitten drin ist. Beide Bestanden. Klasse!

Es folgt nun noch eine Gruppe aus zwei Golden-Teams. Auch bestanden. Super. Wir haben einen Lauf.

Vor Teil B sieht die Bilanz nun so aus: Von acht Teilnehmern haben sieben bestanden. Alle sind glücklich. Der leckere Kuchen und eine Tasse Kaffee oder Tee versüßt den Erfolg.

TEIL B:
Sportgeräte verräumen. Aufsitzen. Es geht mit den Autos nach Oberkirch. Heute findet ein verkaufsoffener Sonntag statt. Es herrschen ideale Bedingungen für eine abwechslungsreiche Prüfung.
Wir treffen uns am Wohnhaus von Sybille und Bernhard. Kurze Ansprache von Jürgen, wie der Ablauf sein wird. Ziel soll sein, dass die Hunde neutral bleiben.
Und schon geht’s los. Ein VW-Bus hält neben uns und der Fahrer fragt nach dem Weg. Macht die Fahrertür genau neben dem Hund auf. Nächste Übung: Jürgen latscht mit einem Schirm durch die Gruppe der wartenden Hunde. Dabei stößt er mit der Schirmspitze auf den Boden. Dann öffnet er den Schirm neben den Hunden. Selbstverständlich handelt es sich um einen Schirm mit DRC–Logo. Alle Hunde sind kurz beeindruckt, bleiben aber gelassen. Weiter geht es in Richtung Innenstadt. Jürgen läuft laut durch die Gruppe und verhält sich rüpelhaft. Alles geht gut. Weder HundeführerInnen noch Hunde reagieren nervös.
Höhepunkt ist Jürgen als Bettler. An einem Zaun auf der Straße liegend bettelt er die vorbeigehenden Hundeteams an. Jeder ist sozial engagiert und es gibt neben Kleingeld auch Leckerlis. Ich bin nicht sicher, ob diese Übung Teil des Aufwandsentschädigungsmodells für BHP-Richter des DRC ist. Ich frage bei der nächsten Mitgliederversammlung mal nach.
Es geht weiter in die Innenstadt. Halt oder Sitz am Straßenrand. Auf den rollenden Verkehr und Fußgänger achten. Entgegenkommende Skater, Scooter und Setter berücksichtigen. In der Fußgängerzone präsentieren Autohändler ihre neusten und tollsten Fahrzeuge. Jeder Teilnehmer soll nun mit seinem Hund zusammen das Gespräch mit einem Mitarbeiter suchen. Alle Hunde sind beeindruckt von der großen Auswahl und dem teilweise recht kleinen Kofferraum verschiedener Modelle. Nicht hundefreundlich. Mit Abstand wandern alle Gespanne weiter durch die Fußgängerzone zum Brunnen. Die Hunde freuen sich über den Brunnen und trinken oder kühlen die Pfoten. Jürgen spritzt mit Wasser. Kein Hund ist sonderlich beeindruckt. Retriever halt. Nächster Punkt: Je ein Retriever wird an einem Geländer und einer Bank festgebunden. Herrchen oder Frauchen sind außer Sichtweite. Die anderen Hunde werden vorbeigeführt. Eine ältere Dame spricht mich an. „Warum sind hier so viele Hunde?“ Ich: „Heute findet hier eine Begleithundeprüfung statt.“ Ältere Dame: „Das ist ja ne tolle Sache, was sich die Stadt Oberkirch alles einfallen lässt zum verkaufsoffenen Sonntag.“ Das nächste Highlight ist der „bellende Trichter“. Ein Rohr führt quer unter der Straße durch. Auf einer Seite steht Jürgen und bellt und macht Geräusche. Die Hunde lauschen auf der anderen Seite an einem Trichter den seltsamen Geräuschen. Auf dem Markplatz von Oberkirch befindet sich eine skurrile Skulptur aus Holz. Diese wird von jedem Gespann souverän umrundet. Einmal linksrum. Und dann rechtsrum. In einem Gebäude am Marktplatz 8 befindet sich ein Aufzug. Letzte Übung: Mit Hund und Jürgen in den Aufzug. Tür zu. Jürgen rumpelt etwas im Aufzug. Dann ist es geschafft. Raus aus dem Aufzug. Alle treffen sich zum Gruppenbild am Oberkircher Gewerbekanal. Die Stimmung ist gelöst.
Wir spazieren zusammen durch die Stadt zurück zum Wohnhaus von Sybille und Bernhard.
Letzter Treffpunkt für heute ist das Landgasthaus Gaisbacher Hof. Sybille hat draußen im wunderschönen Hof einen Tisch reserviert. Alle haben Durst und Hunger. Sybille und Jürgen sitzen am Nachbartisch und erledigen noch den bürokratischen Teil des Tages. Alle erhalten ihre verdiente Urkunde. Vielen Dank an Sybille, Bernhard und Jürgen.
(Michael Sebastian mit „Jussi“ - Donut vom blauen Walde)

Bild BHP20102019

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(Fotos: Bernhard Keßler)