Unser erster Wesenstest – Joy und ich beim DRC

 unser erster Eintrag im Leistungsheft - der Wesenstest. Entsprechend groß war die Aufregung – zumindest bei mir. Joy nahm den Tag wie gewohnt deutlich entspannter.

Aufgrund der vielen Meldungen wurde der Test auf drei Gruppen über den Tag verteilt. Wir hatten dabei das „besondere Glück“, dass Joy gerade läufig und sogar in der Standhitze war. Trotzdem durften wir antreten. Um die anderen Hunde nicht zu beeinflussen, wurden wir in die letzte Gruppe eingeteilt und waren schließlich sogar das letzte Team, das an den Start ging.

Um 14:15 Uhr konnten wir unsere Unterlagen abgeben und uns anschließend im Wartebereich einrichten. Bei Temperaturen von fast 35 Grad war glücklicherweise für ausreichend Schattenplätze an den Autos gesorgt. Die Wartezeit verging überraschend schnell, denn man kam sofort mit anderen Teilnehmern ins Gespräch. So wurden Erfahrungen ausgetauscht, Geschichten erzählt und die Nervosität gemeinsam etwas heruntergeschraubt.

Irgendwann war es dann so weit: Unser Start rückte näher und meine Anspannung erreichte ihren Höhepunkt. Die Nacht zuvor hatte ich schon nicht besonders gut geschlafen, doch diese Nervosität wurde mir schnell genommen. Die Richterin, die Sonderleitung und alle Helfer waren unglaublich freundlich und nahmen sich Zeit. Der Hund wurde fair und in angenehmer Atmosphäre beurteilt.

Nach einem kurzen Gespräch über Joy, ihren Alltag und ihre bisherigen Erfahrungen durfte sie zunächst Kontakt zur Richterin aufnehmen und der Chip wurde kontrolliert. Danach wurde es auch für mich sportlich: Wir spielten gemeinsam – mit und ohne Spielzeug. Dabei wurde schnell deutlich, dass Joy definitiv die bessere Kondition von uns beiden besitzt.

Anschließend ging es über die Wiese. Joy durfte sich frei bewegen, flitzen und zeigen, wie sie sich verhält. Dabei kam sie immer wieder freudig zu mir zurück. Auch die Aufgaben mit den Helfern meisterte sie problemlos. Das war tatsächlich einer meiner größten Sorgenpunkte. Joy ist ein absolut freundlicher Hund, manchmal nur etwas stürmisch und gelegentlich ein wenig distanzlos. Die Helfer waren jedoch nicht nur ausgesprochen standfest, sondern hatten trotz des bereits langen Prüfungstages immer noch beste Laune. So wurde auch Joys stürmische Begrüßung mit einem Lächeln genommen und sie konnte die Aufgaben ganz entspannt meistern.

Nach einigen Apportierübungen folgte ein kleiner Spaziergang durch ein schattiges Waldstück. Dort warteten verschiedene Umweltreize auf uns: Raschelmatten, ein riesiger Teddybär und versteckte Helfer mit ungewöhnlichen Geräuschen. Während ich jede neue Station gespannt beobachtete, schien Joy vor allem Spaß an diesem kleinen Abenteuerparcours zu haben. Sie blieb jederzeit souverän und neugierig.

Zum Abschluss wurde geschossen – auch diese Situation meisterte Joy gelassen und sicher.

Als die Richterin schließlich sagte, dass wir bestanden haben, fiel mir ein riesiger Stein vom Herzen. Die ganze Aufregung der vergangenen Tage war plötzlich vergessen. Wir konnten uns über ein tolles Ergebnis freuen und ich bin unglaublich stolz auf meine kleine Rakete.

Rückblickend war die Nervosität völlig unbegründet. Für uns war es ein rundum gelungener Tag mit einer hervorragend organisierten Veranstaltung, vielen netten Gesprächen und wertvollen Erfahrungen.

Nun haben wir unseren ersten DRC-Test erfolgreich bestanden. Wir sind gespannt, was die Zukunft noch für uns bereithält und auf welchen DRC-Veranstaltungen man Joy und mich in Zukunft noch treffen wird.
(Linda Schulz mit Joy)